Geschichte des Hauses
Allgemeines

Wanfried profitierte bis in die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts von reger Handeltätigkeit, und war einst der Endhafen der Weser-Werra-Schifffahrt.
Der Ort galt als Handels- und Umschlagplatz für Waren aller Art und war das Tor auf den Handelswegen zum ost- und süd-deutschen Raum.

Die Schlagdscheunen an der Werra in Wanfried gehören zu den letzten Relikten aus dieser Zeit. Angeregt durch die Initiative des Wanfrieder Bürgers Ernst Wilhelm Kalden und des hieraus entstandenen Förderverein „Historischer Hafen“ wurden sie liebevoll restauriert und an der Hafenmauer liegt im Fluss eine 13 m lange „Schute“ aus der ehemaligen Blütezeit der Weser-Werra-Schiffahrt. Mit den Reisenden und Händlern kam allmählich Wohlstand in Wanfried auf. Im 17. Jahrhundert entstanden prunkvolle Handels-, Bürger- und Wirtshäuser, eine Börse und ein Brauhaus.

Ein Haus für Übernachtungsmöglichkeiten für gehobene Ansprüche war die logische Konsequenz.

Das Hotel "Zum Schwan"

Dem steinernen Eingangsportal zufolge stammt das Fachwerkhaus aus dem Jahr 1690. Einer aktuellen Altersbestimmung der verwendeten Hölzer nach ist das Gebäude aber noch älter; danach wurde es in den Jahren 1655 und 1656 gebaut. Errichtet wurde es auf einem alten Gewölbekeller, der –im Gegensatz zum restlichen Gebäude – während des 30-jährigen Krieges beim großen Stadtbrand 1626 nicht zerstört wurde. Das Haus ist bereits vor über 400 Jahren als Herberge beim Rathaus bezeichnet worden. Der Gebäudekomplex prägt maßgebend den Ortsmittelpunkt Wanfrieds mit. Über einem zum Teil massiven Untergeschoss erhebt sich ein zweigeschossiger Fachwerkaufbau mit einer fast verwirrenden Vielfalt ungewöhnlicher Formen und Schmuckmotive. Besonders markant ist der über Eck angebrachte, zweigeschossige Erker. Die beiden Figuren im Eingangsportal sind in Wanfried als die gefürchteten Nikoläuse bekannt. Das repräsentative Erscheinungsbild war auch der Grund, warum es bald als Ständehaus (Parlament) der in und um Wanfried lebenden Adelsfamilien diente. Seit dem Jahr 1716 wird das Gebäude als „Der Schwan“ bezeichnet.
Die Stadt Wanfried erwarb 1995 das traditionsreiche, aber reichlich heruntergekommene Gebäude. Die Stadt führte umfassende Sanierungs- und Erneuerungsarbeiten durch und errichtete einen modernen Saalanbau. 2002 wurde es als Hotel mit Bürgersaal wieder in Betrieb genommen.